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War Child Deutschland gGmbH

War Child Deutschland
Kurzprofil
TypgGmbH
Gründung28. Februar 2019
GründerinnenDaniela Quilitzsch, Lydia Sleifir
SitzEimsbütteler Chaussee 23, 20259 Hamburg
HandelsregisterHRB 155921, AG Hamburg
GeschäftsführungNienke Teunissen (seit 28.03.2025)
Stammkapital25.000 €
GesellschafterStichting War Child (NL) — 100 %
Unrestricted Income DE11.899 € (2023)
DZI-SpendensiegelNicht vorhanden (Stand 2026-05)
KategorieNGO – Humanitäre Hilfe

Überblick

War Child Deutschland gGmbH ist eine 2019 in Hamburg gegründete gemeinnützige Gesellschaft, die in Deutschland das Programm TeamUp für kriegstraumatisierte Kinder und Jugendliche betreibt. Strukturell ist die Organisation kein eigenständiger Akteur, sondern eine 100-prozentige Tochter der Stichting War Child mit Sitz in Amsterdam — ein Strukturmerkmal, das sich auf die Finanzlogik auswirkt: Das eigene Fundraising der deutschen Sektion ist klein (unrestricted income 2023: 11.899 €), während Programmmittel primär von privaten Fördergebern und der niederländischen Mutterstiftung kommen.

Die Organisation ist Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und veröffentlicht Angaben zu Struktur und Finanzierung auf ihrer Website. Ein DZI-Spendensiegel liegt nicht vor (Stand 2026-05). Substantielle öffentliche Kritik an Führung oder Mittelverwendung ist nach Recherchestand 2026-05 nicht dokumentiert.

Gründung & Leitung

Die Gesellschaft wurde am 28. Februar 2019 gegründet (HRB 155921, AG Hamburg, Stammkapital 25.000 €) — zeitgleich mit der Einführung des TeamUp-Programms in Deutschland. Gründerinnen waren Daniela Quilitzsch und Lydia Sleifir (Quelle: Northdata, HRB 155921; bestätigt im Stichting War Child Annual Report 2023).

Die Geschäftsführung wechselte in kurzen Abständen (Quelle: Northdata, HRB 155921):

Name Zeitraum Anmerkung
Lydia Sleifir Feb 2019 – Jul 2022 Mitgründerin
Daniela Quilitzsch Jun 2020 – Jul 2022 Mitgründerin
Henriette Brandt Jun 2020 – Jul 2020 Kurzzeitig parallel
Dr. Dirk Reinsberg Jul 2022 – Apr 2025
Nienke Teunissen seit 28. März 2025 Aktuelle Geschäftsführerin

Hinweis: Die ITZ-Transparenzseite (warchild.de/ueber-uns/transparenz/) wies zum Zeitpunkt der Recherche (2026-05) noch Dr. Reinsberg als Geschäftsführer aus — diese Angabe ist veraltet. Aktuelle Geschäftsführerin ist Nienke Teunissen gemäß Handelsregistereintrag.

Finanzierung

War Child Deutschland ist als Fundraising-Vehikel und Programm-Träger konzipiert. Das eigene Fundraising ist gemessen am Programm-Volumen klein: Der Stichting War Child Annual Report 2023 weist für die deutsche Tochtergesellschaft 11.899 Euro unrestricted income aus (Verkäufe + Privatspenden). Die Programmkosten für TeamUp in Deutschland werden überwiegend durch externe Fördergelder und Anschubfinanzierung der niederländischen Mutterstiftung gedeckt (Stichting War Child Annual Report 2023).

Für das Programm TeamUp in Deutschland sind folgende Fördergeber und Beträge belegt:

Förderer Betrag Jahr Quelle
Deutsche Postcode Lotterie 250.000 € 2026 (übergeben 5.12.2025) warchild.de
Deutscher Engagementpreis 2025 (Kat. „Anstoßen") 10.000 € 5. Dez. 2025 warchild.de
HanseMerkur Preis für Kinderschutz 5.000 € 1. Okt. 2024 hansemerkur.de
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) k. A. 2022 ff. (Pilotphase) Im Rahmen „AUF!Leben"
Laureus Stiftung Deutschland k. A. 2023 ff. Netzwerk-Seite
BNP Paribas Stiftung k. A. 2024 ff. Netzwerk-Seite
BMZ/Engagement Global
(„Mental Health Matters")
k. A. 2019 (nicht in frei zugänglicher Primärquelle quantifiziert) Nur als frühere Förderlinie erwähnt, keine Primärquelle verfügbar

Ein direkter laufender Bundeszuschuss für TeamUp Deutschland ist nach Recherchestand 2026-05 nicht belegt. Die Förderkette besteht überwiegend aus privatwirtschaftlichen Gebern (Postcode Lotterie, HanseMerkur, BNP Paribas) und einer gemeinnützigen Stiftung (DKJS). Die NL-Mutterstiftung übernimmt Anschubfinanzierung; Gehaltsangaben für die deutsche Geschäftsführung sind öffentlich nicht verfügbar. Zum Vergleich: Das Gehalt der niederländischen Geschäftsführung betrug 2023 insgesamt 133.714 Euro (unter dem Stiftungs-Maximum von 178.309 €, Quelle: Annual Report 2023).

Programm TeamUp

TeamUp ist ein strukturiertes Bewegungs- und Spielprogramm für geflüchtete und kriegstraumatisierte Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Es wurde gemeinsam von War Child, Save the Children und UNICEF Niederlande entwickelt. Die Methode setzt auf sprachunabhängige Sport- und Gruppenaktivitäten mit ausgebildeten Moderatorinnen — ohne therapeutische Einzelsitzungen und ohne Sprachvoraussetzungen (warchild.de/teamup-programm).

Standorte in Deutschland (2025):

  • Hamburg: Stadtteilschule Hamburg-Mitte (Schule), Gemeinschaftsunterkünfte Niendorf/Schmiedekoppel, Wandsbek/Am Stadtrand, Wandsbek/Walddörferstraße
  • Berlin: Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg

Kennzahlen 2025: 2.789 Teilnahmen (nicht: einzelne Kinder, sondern Anwesenheiten), rund 50 ehrenamtliche Moderatorinnen, 2 hauptamtliche Trainerinnen (warchild.de/teamup-in-deutschland).

Auszeichnungen:

Laureus Sport for Good Award (international, Mai 2023) HanseMerkur Preis für Kinderschutz (Okt. 2024) Deutscher Engagementpreis 2025 – Kategorie „Anstoßen" (aus 542 Nominierungen)

Wissenschaftliche Evidenz — Einordnung: Für TeamUp liegt eine Prozessevaluation (keine randomisiert-kontrollierte Wirksamkeitsstudie) vor: Bleile et al. (2021), International Journal of Mental Health Systems. Die Studie prüfte die Implementationsqualität in den Niederlanden und stellte fest: „The intervention was positively perceived by all stakeholders and was found to have a positive impact on children's psychosocial learning and wellbeing." (DOI: 10.1186/s13033-021-00450-6). Eine Prozessevaluation dokumentiert, ob ein Programm wie geplant umgesetzt wird; sie belegt keine kausale Wirksamkeit im Sinne einer RCT.

Internationale Struktur

Die Stichting War Child (KvK 41215393, Helmholtzstraat 61G, 1098 LE Amsterdam) wurde am 9. Oktober 1995 gegründet. Im Stichting War Child Annual Report 2023 heißt es wörtlich: „The financial fixed assets comprise 100% (EUR 25,000) of the share capital of War Child Deutschland gGmbH." — die Stichting hält also sämtliche Anteile der deutschen Tochtergesellschaft (Annual Report 2023, Notes to Annual Accounts).

War Child Deutschland wird in den Konzernabschlüssen der Stichting War Child wegen „immateriality" nicht konsolidiert — die Größenordnung der deutschen Sektion ist im Konzernkontext zu klein für eine Vollkonsolidierung.

Seit dem 1. Januar 2024 sind die nationalen War Child-Organisationen in der War Child Alliance (WCAF) zusammengeschlossen — eine Dachstruktur in Stiftungsform mit fünf Mitgliedsorganisationen (Niederlande, Großbritannien, Deutschland, Schweden, sowie Children in Conflict USA) und 14 Programmländern (Quelle: Annual Report 2023). Die Alliance koordiniert internationale Programme; die deutsche Tochter bleibt operativ als eigenständige gGmbH bestehen.

Abgrenzungshinweis: Die britische Charity „War Child UK" ist eine eigenständige juristische Person ohne Gesellschafterverbindung zur niederländischen Stichting War Child oder zur deutschen gGmbH. Vorfälle und Kritik an War Child UK sind daher nicht auf die deutsche Tochtergesellschaft übertragbar.

Verflechtungen

Lobby-Doppel-Hut — Tessa Rodewaldt: Im Lobbyregister des Deutschen Bundestages ist unter der ID R007788 eine externe Interessenvertretung für War Child Deutschland gGmbH eingetragen — ausgeführt durch Tessa Rodewaldt M.A., MSc (Rodewaldt Consulting). Der Eintrag datiert vom 14. Januar 2026 (letzte Änderung: 20. Februar 2026). Angaben: 1–10.000 Euro Aufwand, 0,25 FTE, 17 Tätigkeitsfelder.

Bemerkenswert ist dabei, dass Rodewaldt gleichzeitig Mitglied im Beirat von War Child Deutschland ist — diese Doppelrolle (Beirat + Lobbyistin) ist im Registereintrag selbst deklariert und damit öffentlich transparent. Rodewaldt ist zudem Partnerin bei der politischen Kommunikationsberatung von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft mbH & Co. KG (Hamburg, HRA 117158, gegründet im Dezember 2013 von Ole von Beust, ehem. Erster Bürgermeister Hamburgs (CDU), und Georg Ehrmann; Lobby-ID R002027). Damit besteht eine dreifache Personalunion (NGO-Beirat ↔ Lobbyregister-Vertretung ↔ politische Kommunikationsberatung); die offene Deklaration im Lobbyregister macht die Konstellation transparent, sie ist aber als Strukturmerkmal dokumentierenswert. Vertiefende Recherche-Pfade siehe ↓ Recherche-Anhaltspunkte.

Kooperationspartner TeamUp Deutschland:

Save the Children (Programm-Mitentwicklung) UNICEF Niederlande (Programm-Mitentwicklung) Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) Laureus Stiftung Deutschland BNP Paribas Stiftung FKP Scorpio (Eventpartner) Marquard & Bahls (Unternehmenspartner) Budnianer Hilfe

Parlamentarische Initiativen

Stand 2026-05: Keine Bundestagsdrucksache mit Erwähnung von „War Child Deutschland" oder „TeamUp" identifiziert. Geprüft wurden BT-Drs. 21/4992, 21/1883 und 21/1207 — alle ohne Treffer. Eine parlamentarische Befassung mit der Organisation liegt nach aktuellem Recherchestand nicht vor.

Gegenposition

Substantielle öffentliche Kritik an War Child Deutschland oder dem Projekt TeamUp ist nach Recherchestand 2026-05 nicht dokumentiert. Eine Stellungnahme der Organisation wurde nicht eingeholt; die folgenden Eigenangaben stammen von der Website der Organisation.

War Child Deutschland beschreibt das Programm TeamUp auf der eigenen Website folgendermaßen: „TeamUp ist ein bewegungsbasiertes psychosoziales Programm. Durch strukturierte Sport- und Spielaktivitäten stärken wir die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von geflüchteten und kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen." (warchild.de/teamup-programm)

Zur Transparenz erklärt die Organisation auf ihrer Website: „War Child Deutschland ist Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und verpflichtet sich zu den 10 Punkten der Selbstverpflichtung zur Transparenz." (warchild.de/transparenz)

Sachliche Einordnung zur Wirkungsevidenz: Die vorliegende wissenschaftliche Evaluation (Bleile et al. 2021) ist eine Prozessevaluation — sie dokumentiert die Implementationsqualität, belegt jedoch keine kausale Wirksamkeit im Sinne einer kontrollierten Studie. War Child selbst kommuniziert diesen Unterschied auf den Forschungsseiten der internationalen Organisation (warchild.net/knowledge-hub). Das ist keine Kritik am Programm, sondern eine Einordnung des Evidenzstands.

Recherche-Anhaltspunkte

Status-Hinweis: Die folgenden Punkte sind keine Befunde, sondern Lücken in der öffentlich zugänglichen Dokumentation. Sie sind als Anhaltspunkte für vertiefende Recherche, IFG-Anträge oder parlamentarische Anfragen formuliert. Aus ihnen lässt sich nicht auf Fehlverhalten schließen — sie markieren Stellen, an denen die belastbare öffentliche Datenlage endet und investigative Anschluss-Recherche ansetzen kann.

1. Frühere Bundesförderung 2019 — Beträge nicht quantifiziert

Bekannt: Die Netzwerk-Seite von warchild.de listet das Auswärtige Amt (über ifa/zivik) und BMZ via Engagement Global als „frühere Förderpartner" für die Programmlinie „Mental Health Matters" (2019). Eine konkrete Bezifferung der Mittel ist auf der Website nicht angegeben; auch in den geprüften Bundestagsdrucksachen (siehe Parlamentarische Initiativen) und in frei zugänglichen Engagement-Global-Förderlisten ist der Posten nicht aufgetaucht.

Offen: Höhe der Fördermittel, Förderzeitraum (nur 2019 oder mehrjährig), ob die Mittel an die deutsche Tochter oder direkt an die Stichting War Child gingen, welche Verwendungsnachweise verlangt wurden, ob es Anschluss-Förderungen gab.

IFG-Adressaten: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) — Pressestelle/IFG-Stelle; Engagement Global gGmbH — IFG-Beauftragter; Auswärtiges Amt — Referat Kultur und Kommunikation in Krisenregionen (zuständig für zivik, abgewickelt über das Institut für Auslandsbeziehungen, ifa).

Mögliche Fragestellung: „Welche Förderbeträge sind im Rahmen der FEB-Förderlinie ‚Förderung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit', des Programms ‚Mental Health Matters' bzw. über zivik in den Jahren 2018–2022 an die War Child Deutschland gGmbH (HRB 155921 Hamburg) oder die Stichting War Child (KvK 41215393, Amsterdam) geflossen? Bitte um Auflistung pro Förderbescheid mit Betrag, Förderzeitraum, Förderzweck und Datum des Verwendungsnachweises."

2. Beirat-Lobby-Politberatung-Verflechtung Rodewaldt

Bekannt: Tessa Rodewaldt M.A., MSc ist gleichzeitig (a) Mitglied im Beirat von War Child Deutschland (Eigenangabe im Lobbyregister-Eintrag), (b) im Lobbyregister R007788 als externe Interessenvertreterin mit Mandant War Child Deutschland gGmbH eingetragen (Aufwand 2025: 1.000–10.000 €, 0,25 FTE), und (c) Partnerin bei der politischen Kommunikationsberatung von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft mbH & Co. KG (Hamburg, HRA 117158) — gegründet im Dezember 2013 von Ole von Beust (ehem. Erster Bürgermeister Hamburgs, CDU) und Georg Ehrmann.

Offen: Bestehen Beratungsverträge zwischen von Beust & Coll. und War Child Deutschland, die über den im Lobbyregister angegebenen Aufwandsbereich hinausgehen? Erhält von Beust & Coll. öffentliche Aufträge von Hamburger Behörden, mit denen War Child kooperiert (Schulbehörde, Sozialbehörde, Senatskanzlei)? Eine systematische Beauftragung könnte einen indirekten Bezug zwischen NGO-Beirat und öffentlicher Hand begründen.

IFG-Adressaten: Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg; Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg; Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration Hamburg; ggf. Bürgerschaft Hamburg (Kleine Anfrage).

Mögliche Fragestellung: „Welche Beratungs-, Kommunikations- oder Strategie-Aufträge wurden seit 2019 an die von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft mbH & Co. KG (Hamburg, HRA 117158) durch Behörden, Stellen und Eigenbetriebe der Freien und Hansestadt Hamburg vergeben? Bitte um Auflistung mit Vertragsgegenstand, Honorar, Laufzeit und vergebender Stelle."

3. Geschäftsführer-Rotation und Folge-Karrieren

Bekannt: Fünf Geschäftsführer in sechs Jahren — Lydia Sleifir (Feb. 2019 – Jul. 2022), Daniela Quilitzsch (Jun. 2020 – Jul. 2022), Henriette Brandt (Jun. 2020 – Jul. 2020 — nur ein Monat), Dr. Dirk Reinsberg (Jul. 2022 – Apr. 2025), Nienke Teunissen (seit Mär. 2025). Mitgründerin Quilitzsch ist seit 11. Dezember 2025 Geschäftsführerin der Earth Guardian GmbH (Berlin), einer gewerblichen GmbH, nicht einer gemeinnützigen Rechtsform.

Offen: Trennungsgründe der einzelnen Geschäftsführer, Abfindungs- oder Karenzvereinbarungen, ob Personalvorgaben (Mindest-Amtsdauer, Vergütungsobergrenze, Qualifikationsanforderungen) in den Förderbescheiden der 2019er Bundesförderung enthalten waren, welche Geschäftsführerwechsel den Fördergebern angezeigt wurden.

IFG-Adressaten: BMZ / Engagement Global gGmbH / Auswärtiges Amt / ifa (für die 2019er Förderung); ggf. Finanzamt für Körperschaften Hamburg-Mitte für Fragen zu Gemeinnützigkeitsvoraussetzungen.

Mögliche Fragestellung: „Sind in den Förderbescheiden der Jahre 2018–2022 an die War Child Deutschland gGmbH (HRB 155921) Vorgaben zur Geschäftsführung enthalten — etwa zur Mindest-Amtsdauer, Vergütungsobergrenze oder Qualifikation? Welche Personalwechsel wurden während der Förderlaufzeit angezeigt? Welche Verwendungsnachweise enthalten Angaben zu Personalkosten und Geschäftsführer-Vergütungen?"

4. Marquard & Bahls als Unternehmenspartner

Bekannt: Die Marquard & Bahls AG (Hamburg) — Mineralöl- und Energiehandelskonzern, Eigentümer u. a. von Mabanaft (Mineralölhandel) und Oiltanking (Tank­logistik) — ist auf der Netzwerk-Seite von warchild.de als „Unternehmenspartner" geführt. Höhe und Form der Spende oder Zuwendung, Vertragslaufzeit und mögliche Gegenleistungen sind nicht öffentlich beziffert.

Offen: Spendenhöhe, Vertragsumfang, Gegenleistungen (Logo-Nutzung, Image-Kampagnen, Beirats-Mitwirkung, Mitarbeiter-Volunteering), zeitliche Verbindung zwischen Spendenfluss und ESG-/Nachhaltigkeitsberichterstattung des Konzerns. Diese Konstellation — fossiler Energiekonzern als Förderpartner einer Kinder-Hilfsorganisation — ist nicht skandalös, aber als möglicher Image-Kanal („Cause Marketing") ein dokumentationswerter Knoten im Verflechtungsbild.

Recherche-Pfade: Kein klassischer IFG-Adressat (private Spendenbeziehung). Empfohlen: (a) Konzernabschlüsse Marquard & Bahls AG im Unternehmensregister auf Spendenangaben durchsuchen; (b) Nachhaltigkeits-/ESG-Berichte des Konzerns nach War-Child-Erwähnung greppen; (c) Pressemitteilungen und Pressefotos beider Organisationen auf gemeinsame Auftritte und Logo-Nutzung prüfen.

5. Strukturelle Transparenz-Lücken

Bekannt: War Child Deutschland gGmbH wird im Konzernabschluss der Stichting War Child wegen „immateriality" nicht konsolidiert — die Größenordnung der deutschen Sektion liegt unterhalb der Konsolidierungsschwelle. Ein DZI-Spendensiegel ist nach Recherchestand 2026-05 nicht erteilt. Die Geschäftsführer-Vergütung in Deutschland ist nicht öffentlich; in den Niederlanden lag sie 2023 bei 133.714 € p. a. (unterhalb des Maximums von 178.309 €). Lizenz-, Royalty- oder Service-Verrechnungen zwischen den Mitgliedern der War Child Alliance Foundation (ab 2024) sind nicht öffentlich dokumentiert.

Offen: Aktueller Status der Gemeinnützigkeit nach §§ 51 ff. AO, Höhe der Geschäftsführer-Vergütung in Deutschland, Existenz und Höhe konzerninterner Verrechnungen, Gründe für das Fehlen eines DZI-Siegel-Antrags.

Recherche-Pfade: (a) Unternehmensregister-Abruf des Jahresabschlusses zu HRB 155921 (gebührenpflichtig, ca. 3 € pro Abruf bei unternehmensregister.de) — liefert Vergütungsangaben gemäß § 285 Nr. 9 HGB, sofern die Größenkriterien erfüllt sind; (b) IFG-Anfrage an das Finanzamt für Körperschaften Hamburg-Mitte mit Fokus auf Gemeinnützigkeitsbescheid und letzte Prüfung; (c) DZI direkt anfragen, ob für War Child Deutschland ein Spendensiegel-Antrag vorliegt oder vorlag und mit welchem Ergebnis; (d) Stichting War Child Annual Report ab 2024 auf Berichterstattung zu konzerninternen Verrechnungen prüfen.

Zur redaktionellen Linie: Diese Sektion existiert, weil die belastbare öffentliche Datenlage zu einer 100-prozentigen Tochter einer ausländischen Stiftung mit 11.899 € unrestricted income (DE 2023) systematisch dünn ist — nicht weil hier Anhaltspunkte für Fehlverhalten vorlägen. Die Anhaltspunkte werden für investigative Rechercheteams zugänglich gemacht, damit IFG-Anfragen und parlamentarische Initiativen zielgerichtet möglich sind. Sollten IFG-Antworten oder parlamentarische Auskünfte vorliegen, wird der Artikel entsprechend aktualisiert (Versions-Inkrement gemäß Steuerlupe-Pipeline).

Quellen

[1] Northdata: War Child Deutschland gGmbH — HRB 155921 Hamburg (Gründung, Geschäftsführer-Chronologie)
[2] Stichting War Child Annual Report 2023: Notes to the Annual Accounts (100%-Beteiligung, unrestricted income DE, GF-Gehalt NL)
[3] Stichting War Child Annual Report 2023: Transition to the War Child Alliance (Alliance-Struktur ab 2024)
[8] War Child Deutschland: TeamUp-Programm — Beschreibung
[11] War Child Deutschland: Transparenz — ITZ-Mitgliedschaft
[12] Bleile et al. (2021): Process evaluation of TeamUp — International Journal of Mental Health Systems (DOI: 10.1186/s13033-021-00450-6)
[13] War Child International: Stichting War Child Netherlands
[14] War Child International Knowledge Hub: Process Evaluation of TeamUp — Knowledge Hub
Recherche-Protokoll & Methodik
Iter 1: ABCD Iter 2: EFGH Z: Z
24 Quellen geprüft 24 zitiert Modell: claude-opus-4-7[1m] Recherche-Dauer: 35 min
CLAUDE.md-Hash: 15ccb0f Erstellt: 2026-05-07
Verworfene Befunde und Suchqueries werden im Admin-Bereich vorgehalten — siehe Methoden-Übersicht für das vollständige Schema.
Iter Z — Adversarial Self-Check (drei typed Lücken, öffentlich)
  1. content: (inhaltliche Lücke): Der Wiki-Artikel listet 11.899 € unrestricted income (DE 2023) als Hauptzahl, lässt aber das tatsächliche Programmbudget DE für TeamUp komplett offen. Das ist die zentrale finanzielle Aussage zur Größenordnung der deutschen Tochter — und sie fehlt.
  2. mechanic: (mechanische Lücke): Iter 2 E (Geld-Spur) ist nicht aus Primärquelle Bundesanzeiger/Unternehmensregister gefahren, sondern nur aus Stichting-NL-Konzernbericht (der DE wegen immateriality nicht konsolidiert).
  3. meta: (meta-methodische Lücke): Klassifikator-Entscheidung „kategorie=ngo, politisch_aufgeladen=0" ist verteidigbar, aber nicht bullet-proof. Tessa Rodewaldt im Beirat + Lobbyregister-Eintrag für War Child + von Beust & Coll.
Most-Likely-Blind-Spot: Die DE-gGmbH ist mit 25k € Stammkapital und einer 100%-NL-Mutterstiftung fundraising-strukturell unter-untersucht: Die Frage, ob TeamUp-DE-Programmkosten effektiv über Marquard-&-Bahls-/HanseMerkur-/BNP-Paribas-Spenden bezahlt werden — und welche Anteile davon als „Restricted Funds" über NL fließen vs.